Mrz 09

Branchenwechsel führt zu neuen Horizonten – Von der Chipfabrik zum Straßenbau

Beitrag drucken Beitrag drucken Kategorie: PraxisSKP AG @ 17:04

Für viele Führungskräfte ist die berufliche Weiterentwicklung mit einem Branchenwechsel verbunden. Die präzise Analyse des persönlichen Profils und potentieller Zielbranchen sind die Basis für den Erfolg. Eine passgenaue Nutzenargumentation bringt den Abschluss.

Schon im Informationsgespräch waren sich Alfred Troelsch* und sein Berater Gerhard Selic einig. Es würde einiges an Kreativität und Zielorientierung erfordern, um eine neue anspruchsvolle Aufgabe zu finden.
Der Klient ist 51 Jahre alt. Als Diplom-Ingenieur der Physik ist er seit 20 Jahren bei einem international führenden Weltkonzern für die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Halbleiterbauelementen Mikrochips tätig.

Eine beachtliche Karriere liegt schon hinter ihm. Maßgeblich war er am Aufbau und der Entwicklung des deutschen Standortes für den japanischen Mutterkonzern beteiligt. Zuletzt war er als Hauptabteilungsleiter der Produktion für mehr als 350 Mitarbeiter verantwortlich. Davor etablierte er ein leistungsstarkes Qualitätsmanagement. Das ist für die Entwicklung und Herstellung von Mikrochips unerlässlich. Auch fühlte er sich dabei immer der hohen Qualitätsphilosophie der japanischen Muttergesellschaft verpflichtet.

Wohin soll der Weg führen?

Am einfachsten wäre es, bei einem anderen Mikrochiphersteller eine neue Aufgabe zu suchen. Aber sowohl die aktuelle wirtschaftliche Situation als auch die Zukunftsaussichten der Halbleiterindustrie in Europa sprachen gegen diese Idee. Gern wollte Alfred Troelsch auch in der Region bleiben. Hier gehen seine Kinder zur Schule. Die Familie fühlt sich in einem eigenen Zuhause wohl.
Viel Zeit stand nicht zur Verfügung. Personalberater legen großen Wert darauf, dass ihre Kandidaten den anspruchsvollen Rhythmus der Industrie mit den sich rasch verändernden Rahmenbedingungen beherrschen. Es ist wichtig, möglichst zeitnah seine Kompetenzen im beruflichen Alltag wieder unter Beweis zu stellen.

Zielführender Beratungsprozess

Professionelle Unterlagen und das Stärkenprofil für Alfred Troelsch waren schnell erarbeitet. Jetzt kam es darauf an, realisierbare berufliche Alternativen zu entwickeln. Der Klient konnte auf wichtige Ergebnisse und Erfolge in seiner bisherigen Laufbahn verweisen. Herausragend sind seine Kenntnisse und Fähigkeiten im Lean Management. Er ist ein profunder Kenner des Toyota-Produktionssystems. Gepaart mit einem absoluten Qualitätsanspruch und einer ergebnisorientierten Führung kann Troelsch Effizienz und Produktivität in komplexen Prozessen bei laufender Produktion deutlich steigern. Dazu gehörten in der Vergangenheit auch massive Verkürzungen von Durchlaufzeiten und die nachhaltige Reduktion von Fehlerquellen.
Dass der Klient noch einmal richtig was bewegen will und auch bereit ist, Risiken einzugehen, konnte er gut vermitteln. Doch was wäre die richtige Position für ihn? Zusammen mit seinem Berater analysierte er die Wachstumsaussichten verschiedener Branchen, die für seine berufliche Qualifikation infrage kommen und ihm auch von den Tätigkeitsfeldern interessant schienen.
Eine systematischen Analyse der offenen Stellenangebote und eine exakt auf die jeweilige Zielbranche und das Unternehmen zugeschnittene Ansprache prägten die gemeinsame Marktbearbeitung. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Alfred Troelsch wurde zu verschiedenen Bewerbungsgesprächen eingeladen. Dort trat er nicht als Bittsteller auf. Vielmehr positionierte er sich als Nutzenanbieter mit klaren persönlichen Vorstellungen für Aufgaben und Verantwortungen.

Bauindustrie – eine Branche mit guten Wachstumsaussichten und interessanten Herausforderungen

Den Erfolg brachte der Wechsel in die Bauindustrie. Insbesondere die Verkehrsinfrastrukturen, wie Straßen, Schienenetze und Flughäfen profitieren von den verabschiedeten Konjunkturprogrammen der europäischen Länder. Sie sichern den Bauunternehmen gute Auftragsbestände. Gleichzeitig fehlt es der Branche an hochqualifizierten Fachkräften und Ingenieuren. Dies berichtet auch der Geschäftsführer des Bayerischen Bauindustrieverbandes Wolfgang Störmer. Er freut sich, dass an den Fachhochschulen wieder mehr Studenten diese Fachrichtung studieren wollen.

Eine Position mit hoher Verantwortung

Alfred Troelsch wechselte in die Baubranche. Im Straßenbau fand er eine Aufgabe, in der er mit seinen beschriebenen Kompetenzen einen echten Zusatznutzen bringt. Jeder kennt die unendlichen Autobahnbaustellen, die uns viel Geduld abverlangen. Genau hier sind durch systematische Prozessverbesserungen und durch abgestimmte Planungsabläufe unendliche Einsparungspotentiale zu heben.
Seit Mitte des Jahres leitet Troelsch ein Team bei einem international führenden Straßenbauunternehmen. Lean Management im Straßenbau ist jetzt sein Thema.„Das macht mir richtig Spaß, zusammen mit den Bauführern neue Wege zu gehen. Dabei komme ich in Europa viel herum und lerne viele neue Menschen und Kulturen kennen”.

Gerhard Selic

*Name von der Redaktion geändert